Kunst für den Kiez

Berlin

In Berlin Kreuzberg gehört ein Besuch des Kreuzberger Atelierhofes zum absoluten Muss für Kunstliebhaber. Die wechselnden Ausstellungen – auch in Kooperation mit der Berliner „Förderband“ Kulturinitiative und der Hermann Hesse Schule – begeistern immer wieder die Besucher, die aus Berlin selbst und der ganzen Welt stammen.
Dabei ist „Kunst in Kreuzberg e.V.“ ein eingetragener Verein, der die Kunstschaffenden in allen Belangen vom Ateliergelände bis zur Ausstellungsfläche unterstützt und so immer wieder junge aufstrebende Talente in Deutschlands Hauptstadt zieht. Sieben professionelle Künstler finden dort für sich und ihre Arbeit eine ansprechende Heimstatt, die ihnen den größtmöglichen Freiraum in einer geschützten Atmosphäre bietet.

In der Kooperation mit der Hermann-Hesse Schule erhalten auch Schüler die Möglichkeit den Kunstunterricht für einen festgelegten Zeitraum in den Atelierhof zu verlegen und von den ansässigen Künstlern zu lernen, wie sich Kunst entwickelt und wie man sie professionell präsentiert. Zu den Künstlern zählten in der Vergangenheit Ivana Spinelli, Isaac Bigsby Trogdon, Fernando Nino-Sanchez, Klaus Hartung, Ivan Seal, Daniel Segerberg, Roland Wirtz und viele andere.

Projektarbeit wird groß geschrieben
Einen ebenso respektablen Ruf genießt das Kunstquartier Bethanien, in dem sich neben wechselnden Ausstellungen, die sich im Sommer 2011 unter anderem mit dem modernen Nomadentum befassen, auch Theaterinitiativen und interdisziplinäre Projekte aus verschiedenen Bereichen der Kultur präsentieren. Das ehemals dort ansässige Atelierprogramm, zu dem zahlreiche Künstler gehören, befindet sich jetzt in der Nähe des Kottbusser Tors im Künstlerhaus Bethanien. Das Kunstquartier zeigt beispielsweise im September und Oktober des laufenden Jahres die Arbeiten der postfeministischen Gruppe Chicks on Speed – Cultural Workship Now! Und vereint hier alle Elemente der künstlerischen Strategie der Frauen.

Galerie und Bahnhofsambiente
Ebenso weiblich kann die Liste fortgeführt werden mit einer neuen Galerie auf dem Kreuzberger Kiez: Der Galeria Franzotti, deren Besitzerin Carla nicht nur dem Namen nach aus Italien stammt. In einer ihrer ersten Ausstellungen konnte man an Luftballons befestigte Schneckenhäuser mit lebenden Bewohnern betrachten, die den Anachronismus einer fliegenden Schnecke zum Betrachter brachten. Immer wieder verspricht der Besuch bei Carla Franzotti also spannende Elemente und die Galeristin überlässt die Besucher nicht sich selbst, sondern steht für Erklärungen jederzeit zur Verfügung.
Am Gleisdreieck in der alten Bahnhofshalle locken nicht nur die Marktstände mit buntem Gemüse, sondern auch ein vielfältiges kulturelles Angebot aus Musik und Kunsthandwerk, inspiriert von der „Old Biscuit Mill“ in Kapstadt. Der Initiator, Eventmanager Stephan Dau, hat Erfahrung mit der Umsetzung interessanter und neuer Kunstkonzepte und wagte sich daher auch an die Umgestaltung des alten Postbahnhofs. Ein Anziehungspunkt der Extraklasse für alle, die in der Kunst die Kombination vom Besonderen und Alltäglichen zu schätzen wissen.

Kunst und Kultur haben in Kreuzberg ihren festen Platz und locken mit immer neuen Facetten Besucher und Anwohner, die die Konfrontation mit der Moderne lieben.